Edicon Logo

Bis zum 5. Dezember 2015 Energieaudit

10.09.2014, 12:43 Uhr

 

Am 5. Dezember 2015 wird es Ernst für alle Nicht-KMU. Bis dahin müssen gemäß novelliertem "Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G)" vom 15. April 2015 alle Unternehmen, die keine Kleinstunternehmen, kleine oder mittlere Unternehmen sind, ein Energieaudit nach den Anforderungen der DIN EN 16247-1 durchgeführt haben. Anderenfalls droht eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro. http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/edl-g/gesamt.pdf

Der Termin kommt eigentlich gar nicht so überraschend. Schon in der Energieeffizienz-Richtlinie der EU (2012/27 EU) ist vorgesehen, dass alle Nicht-KMU bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit nach den Anforderungen der DIN EN 16247-1 durchgeführt oder ein Energiemanagementsystem (EMS) nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem (UMS) nach DIN EN ISO 14001/EMAS eingeführt haben müssen. Die Bundesregierung hat sich mit der Umsetzung in nationales Recht nur sehr viel Zeit genommen.

Angesichts der jetzt noch verbleibenden kurzen Zeit herrscht bei vielen Unternehmen Unsicherheit, ob sie denn überhaupt von der Regelung betroffen sind. Große Unternehmen, die in den Genuss des Spitzenausgleichs bei der Strom- und Energiesteuer kommen wollen, müssen schon seit 2013 die Einführung eines zertifizierten EMS nach DIN EN ISO 50001 oder eines UMS nach DIN EN ISO 14001/EMAS nachweisen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen nicht ganz so viel Aufwand betreiben. Hier reicht die Einführung eines vereinfachten EMS oder ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 als Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Steuervorteilen.

Die neue Regelung betrifft jetzt auch Unternehmen, die keine Steuervorteile in Anspruch nehmen können. Der Begriff des Nicht-KMU ist dabei nach der Definition der Europäischen Kommission (ABl. L 124 vom 20.05.2003, S. 36) sehr weit gefasst (http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/files/sme_definition/sme_user_guide_de.pdf). Demnach sind alle Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und mehr als 50 Mio. EUR Jahresumsatz oder einer Jahresbilanzsumme von über 43 Mio. EUR betroffen einschließlich Unternehmen der öffentlichen Hand samt Bundeswehr mit Ausnahme von Material, das ausschließlich für militärische Zwecke verwendet wird. Grobe Schätzungen gehen von mindestens 50.000 betroffenen Unternehmen aus. Angesichts einer nur begrenzten Anzahl von Auditoren, die die Anforderungen des § 8b EDL-G erfüllen, wird es nur sehr schwer möglich sein, dass alle Unternehmen bis zum 5. Dezember 2015 ihr Energieaudit durchgeführt haben. 

Zweck des Energieaudits ist die Erfassung der Energieverbräuche und Energieflüsse der energieverbrauchenden Anlagen und Prozesse, in deren Folge dann auch über die Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienzmaßnahmen durch Modernisierung der Anlagentechnik, Beleuchtung, IT-Systeme und Klimatisierung nachgedacht werden kann. In den meisten Fällen ist die Kostenersparnis deutlich höher, als der Aufwand für die Einführung eines Energiemanagements und effizienterer Technik.

Wenn Sie Unterstützung brauchen, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf!